
Der Tankrabatt ist seit heute Nacht Geschichte – doch an den Zapfsäulen war das Ende längst eingepreist. In den vergangenen Tagen haben Mineralölunternehmen das absehbare Auslaufen des Rabatts offenbar genutzt, um ihre Margen gezielt auszuweiten.
In den letzten Tagen lag die Weitergabe nur noch bei 7 bis11 Cent pro Liter je nach Kraftstoff, obwohl der Rabatt rechnerisch rund 17 Cent betragen sollte. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte des Rabatts kam bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern schlicht nicht mehr an. Das ist wettbewerbspolitisch alarmierend. Denn die Energiesteuer fällt beim Verlassen der Raffinerie- oder Lagerebene an – ein schrittweiser Preisanstieg wäre also erst nach dem tatsächlichen Auslaufen zu erwarten gewesen. Stattdessen stiegen die Preise bereits Tage vorher stark an. Hinzu kommt, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher kurz vor Ende des Rabatts ihr Auto noch einmal vollgetankt haben – und damit den Absatz und die Gewinne für die Konzerne kurzfristig erhöhten.
Unsere Analysen vom Mai und Mitte Juni hatten bereits gezeigt, dass der Tankrabatt überwiegend, aber nicht vollständig weitergegeben wurde – regional und je nach Lieferstruktur unterschiedlich. Das deutet auf Wettbewerbsprobleme auf Raffinerie- und Großhandelsebene hin. Das Verhalten zum Auslaufen bestätigt unsere kritische Einschätzung: Der Tankrabatt ist teuer, wenig zielgenau und dämpft wichtige Preissignale. Es ist richtig, ihn nicht zu verlängern.
- Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission


